Dipl.-Ing. Johannes Schürken

Bauingenieur und Sachverständiger für Bergschäden
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Gutachtenserie der TU Clausthal abgeschlossen

Im Jahr 2012 wurde im Rahmen eines erstmals von der Bezirksregierung Arnsberg beauftragten Gutachtens der TU Clausthal auf Basis von radarinterferometrischen Messungen festgestellt, dass maßgeblich auf den aktiven Steinkohlenbergbau zurückzuführende Senkungen noch mehrere hundert Meter über den für das Bergwerk Prosper-Haniel prognostizierten Einwirkungsbereich hinaus eingetreten sind.

Zwecks Überprüfung der zuvor erteilten Genehmigungen von Rahmenbetriebsplänen wurde die Universität daher im Jahr 2014 beauftragt, weitergehende Gutachten zur „Analyse von Senkungserscheinungen außerhalb des prognostizierten Einwirkungsbereiches“ sowohl für die damals noch in Betrieb befindlichen als auch für die bereits in jüngerer Zeit stillgelegten Bergwerke zu erstellen. Mit den Überschriften „Nur geringe Bodensenkungen außerhalb des Einwirkungsbereiches“ und „Keine Bergschäden außerhalb des Einwirkungsbereiches“ veröffentlichte die Bergbehörde nun sieben weitere Gutachten.

Aus Sicht des VBHG ist festzustellen, dass die Ausarbeitungen für die Bergwerke Auguste Victoria, Ibbenbüren, West, Walsum, Lohberg/Osterfeld, Lippe und Ost insgesamt die bereits seit vielen Jahren im Rahmen der Schadensfallbearbeitung gewonnenen Erkenntnisse bzgl. weiträumiger Geländesenkungen in einer Größenordnung von mehreren Zentimetern bestätigen. Auch wenn diese Bodenbewegungen wohl teils auf hydro-/ geologische Einflüsse zurückführen sind, scheint zumindest ein anteiliger Einfluss nunmehr unstrittig.

Hinsichtlich einer möglichen Schadensrelevanz ist festzustellen, dass den Gutachtern für die überprüften Bereiche insgesamt keine hinreichenden Distanzmessungen zur Verfügung standen und die schadensrelevanten Zerrungen daher anhand der örtlichen Krümmungswerte über einen für das Ruhrrevier angesetzten Proportionalitätsfaktor abgeleitet wurden. Wenngleich auch dem VBHG keine Hinweise auf flächig auftretende Bergschäden außerhalb der prognostizierten Einwirkungsbereiche vorliegen, bleibt natürlich eine individuelle Überprüfung vorhandener Gebäudeschäden hinsichtlich möglicher lokaler Bodenbewegungsanomalien auch weiterhin sinnvoll.

 

Dr.-Ing. Volker Baglikow

 

Aus „VBHG informiert“ (Ausgabe 2, 2018) - Mit freundlicher Genehmigung des VBHG und des Autors.

 

 

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